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Freitag, 7. Mai 2010, 21.30 Uhr,
Reisholzer Güterbahnhof Der simulierte
Eisenbahnunfall zwischen einem Personenzug und einem Güterzug war für alle
Probanden eine große Herausforderung. Die 300 Helfer von Berufsfeuerwehr,
Freiwilliger Feuerwehr, Notärzten, Hilfsorganisationen, Werkfeuerwehr,
psychosoziale Helfer, Polizei, und Bundesbahn arbeiteten Hand in Hand in
einem Team. Durch einen erneuten Ausfall der analogen
Kommunikationstechnik geriet die Übung leider ins Stocken. Um 21.36 waren
117 Verletztenmimen und 65 Betroffene im Zug sowie neben den
Personenwaggons positioniert. Mit einem lauten Zugwarnsignal startete die
Großübung. Zunächst musste der Strom der Oberleitung abgeschaltet und die
Strecke gesperrt werden, bevor die ersten Akteure um 21.49 Uhr ans Werk
gingen.
Sukzessive -
Uhrzeiten waren im Drehbuch festgelegt - trafen die 60 Einsatzfahrzeuge
nach und nach ein. Nur wenige der großen Feuerwehrfahrzeuge konnten auf
die weitläufige Schotterfläche mit den vielen Gleisen fahren, für
Rettungsfahrzeuge war dies unmöglich. Deshalb musste das Areal von außen
über Einrichtungen an Drehleitern oder Löschfahrzeugen ausgeleuchtet
werden. Die Ersthelfer versorgten und sichteten die Verletzten und
umherlaufenden Unverletzten, um einen Lageüberblick zu erlangen. Auf
Karten, die den Verletztendarstellern umgehängt waren, mussten die Retter
Felder freirubbeln. Darauf standen die Verletzungen, die richtige
Erste-Hilfe-Maßnahmen erforderten. Bei falschen Reaktionen kam es auch zu
Verschlechterungen der Patienten, die sich nach gleichem Freirubbel-Schema
offenbarten.
Links und
rechts des 130 Meter langen Zuges wurden Patientenablagen gebildet. Von
dort aus mussten die Verletzten und Unverletzten fast 200 Meter auf Tragen
oder in Begleitung zum Behandlungsplatz transportiert werden. Dort
erfolgte die weitere medizinische Versorgung oder psychosoziale Betreuung
bis zum Abtransport ins Krankenhaus. Der erfahrene Einsatzleiter hatte
sich für diesen Platz kurz entschlossen eine nahegelegene Firma mit einem
großen befestigten Hof ausgesucht. Zu den Gleisen schafften sich die
Helfer Zutritt, in dem sie zwei Zaungitterelemente abbauten. Alternativ
hätten die Rettungskräfte die Verletzten über doppelt soweit außen um das
Firmenglände am Güterbahnhof vorbei tragen müssen.
Gegen 1.30
Uhr war die Übung zu Ende. Alles wurde zurückgebaut, erschöpft und müde
ging ein ereignisreicher Abend für die 300 Helfer zu Ende. Die Teamarbeit
mit allen Akteuren klappte sehr gut, zu keinem Zeitpunkt kam Hektik auf.
Das unwegsame Gelände war eine der größten Herausforderungen. Durch den
Schachzug der Requirierung des nahegelegen Firmengeländes, wurden
erheblich längere und belastendere Tragewege vermieden. Die im Einsatzplan
„MANV“ festgelegten Handlungen werden nun durch eine Arbeitsgruppe mit den
Übungsergebnissen verglichen und bei Bedarf justiert.
Die
Verletztendarsteller machten es den Übenden nicht einfach, viele schrien
die Helfer lautstark und unermüdlich an. Dadurch wollten sie die
Einsatzkräfte unter Druck setzen, die ließen aber Ruhe walten und
arbeiteten Patient für Patient ab. Gegen 22 Uhr fiel der analoge
2-Meter-Funk aus. Die auf dem Baushausparkplatz bereitgestellten
Einsatzeinheiten waren nicht mehr zuerreichen. Ein Ärgernis für alle.
Dadurch verzögerte sich der Übungsablauf um über 30 Minuten. „Diese
Kommunikationstechnik hat uns bei fast allen großen Übungen in den letzten
Jahren im Stich gelassen. Der Digitalfunk dürfte dieses Manko nicht mehr
aufweisen“, resümiert der Einsatzleiter sichtlich verärgert.
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